Erzählungen, Rhetorik, Texte, Gespräche und Sprachgeschichte – neue Kurse

2012 bietet das Deutsche Seminar der UZH folgende Weiterbildungskurse an:

Gespräche unter dem Mikroskop

Mit gesprächsanalytischen Methoden können Gesprächsstrukturen differenziert beschrieben werden. Anhand von Aufnahmen und Transkripten von Gesprächen aus unterschiedlichen Kontexten wollen wir einen Einblick in die faszinierende Welt der Gesprächsforschung geben und Anwendungsperspektiven für die Praxis entwickeln. Dabei werden sich theoretische Inputs mit Analyse- und Diskussionsphasen abwechseln, in denen wir gemeinsam an Gesprächsdaten arbeiten.

Rhetorik – Theorie und Praxis

Rhetorik ist heute überall – und immer steht sie für das grosse Versprechen, dass kommunikativ-sprachlicher Erfolg mit ein wenig Aufwand für jede Person und jede Lebenslage erlernbar sei. Der Kurs wird die Berechtigung dieser Verheissung ebenso wie die uralten Vorbehalte gegen die Rhetorik (Manipulation!) aus rhetorik-theoretischer und sprachwissenschaftlicher Perspektive in den Blick nehmen und dabei vom Lehrgebäude der klassischen Rhetorik ausgehen.

Die Welt der Erzählungen

Erzählungen sind so allgegenwärtig, dass sie gelegentlich als Grundform des Denkens erscheinen. Im scheinbaren Widerspruch zu dieser Vertrautheit steht die terminologische und systematische Unsicherheit, mit der sich selbst Fachleute Erzähltexten analytisch zu nähern versuchen. Der Vertiefungskurs zielt einerseits auf die Vermittlung einer verbindlichen erzähltheoretischen Terminologie und führt andererseits in die kulturanalytische Dimension der Narratologie ein.

Gute Texte, schlechte Texte

Die Textlinguistik hat Methoden entwickelt, die es erlauben, Texte in all ihren Dimensionen wertfrei zu beschreiben. In der textlinguistischen Werkstatt sollen Perspektiven einer solchen Nutzbarmachung erarbeitet und über die Frage diskutiert werden, ob und welche linguistischen Kriterien es für «gute» und «schlechte» Texte gibt. Das Ziel ist es, zu einem reflektierten Umgang mit Textbewertungen anzuregen sowie intuitive Qualitätseindrücke mit Hilfe von textlinguistischem Wissen zu überprüfen und differenziert zu formulieren.

Sprachgeschichte aktuell

Was hat «kriegen» (in der Bedeutung von «bekommen») mit «Krieg» zu tun? Inwiefern ist der griechische «patēr» mit unserem «Vater» verwandt? Weshalb haben Schweizer «Hünd» und keine «Hunde», «Fründ» aber keine «Freunde»? Und wer verändert eigentlich die Sprache? In dieser Veranstaltung setzen wir uns – ausgehend von der deutschen Gegenwartsprache – in vier thematischen Blöcken mit Sprachwandelphänomenen auseinander.