Selbstständiger lernen am Gymi

Ab diesem Jahr müssen die Zürcher Gymnasien «selbst organisiertes Lernen» (SOL) anbieten. Das hat der Bildungsrat beschlossen. Wie die Bildungsdirektion gestern mitteilte, hat sich das Pilotprojekt, das in den letzten beiden Jahren an allen Mittelschulen durchgeführt wurde, bewährt. Die Universität Zürich habe festgestellt, dass Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrpersonen diese Art des Unterrichts als motivierend und gewinnbringend erlebten. Unter selbst organisiertem Lernen sind alle Unterrichtsformen zu verstehen, in denen die Jugendlichen selbst Stoff erarbeiten oder Projekte verwirklichen. An einer Schule versuchten Schülerinnen und Schüler zum Beispiel physikalische Fragestellungen mithilfe von Experimenten zu beantworten. An einem anderen Gymnasium stellte ein Deutschlehrer einen Rede- und Debattierclub in seiner Klasse auf die Beine.

Solche und ähnliche Projekte gab es schon früher an den Gymnasien. Neu ist laut Marc Kummer vom Kantonalen Mittelschul- und Berufsbildungsamt, dass sie nicht mehr nur als wünschenswert gelten, sondern zum Pflichtenheft für die Schulen gehören. Das Ziel des selbst organisierten Lernens ist laut Kummer nicht nur, die Jugendlichen besser auf die Universität vorzubereiten. Seit letztem Jahr wird auch die Maturarbeit benotet. Das bedingt, dass die Maturandinnen und Maturanden schon vorher lernen, ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen.

(Tages-Anzeiger vom 10.01.2013)