Sprachdidaktik Arabisch / Chinesisch / Japanisch

Fit für den Sprachunterricht?

Arabisch, Chinesisch und Japanisch sind zwar zunehmend gefragt, aber eine sprachdidaktische Qualifikationsmöglichkeit für deren Unterricht fehlt bislang an Schweizer Hochschulen. Hier eröffnet ein CAS in Sprachdidaktik neue Möglichkeiten, das ab Herbst 2011 an der Universität Zürich angeboten wird.

von Prof. Dr. Ulrich Rudolph, Universität Zürich

Das Interesse an Arabisch, Chinesisch und Japanisch ist in den letzten Jahren rapide gewachsen. Während diese Sprachen früher nur an einzelnen Universitäten studiert werden konnten, werden sie heute zunehmend an Schulen, Volkshochschulen oder im Rahmen weiterer Bildungsangebote gelehrt. Damit stieg auch der Bedarf an geeigneten Unterrichtsmaterialien und sprachdidaktischen Kompetenzen. Deswegen wurden bereits in verschiedenen europäischen Ländern entsprechende Lehrangebote entwickelt. Im deutschsprachigen Raum fehlte dagegen bislang die Möglichkeit, eine didaktische Qualifikation zu erwerben, die speziell auf den Unterricht des Arabischen, Chinesischen oder Japanischen anwendbar ist.

Eigene Kompetenzen stärken

Darum bietet die Universität Zürich in ihrem Weiterbildungsangebot ab Herbst 2011 erstmals das Certificate of Advanced Studies (CAS) Sprachdidaktik Arabisch/Chinesisch/ Japanisch an. Es soll all jenen, die eine dieser Sprachen unterrichten oder künftig unterrichten wollen, die Möglichkeit geben, sich das dafür notwendige didaktische Rüstzeug anzueignen. Das Kursangebot wird von Dozierenden der Universität Zürich sowie anderen Experten/-innen von Schweizer und deutschen Hochschulen gestaltet und gliedert sich in drei Stufen.

Es beginnt mit einem Grundlagenmodul, das sich mit Fragen des Erwerbs von Zweit- bzw. Drittsprachen befasst. Dann folgen Basismodule zu fremdsprachendidaktischen Konzepten (z. B. Unterrichtsplanung, Unterrichtsmethoden, Lernerfolgskontrollen) und der Didaktik sprachlicher Grundfertigkeiten (z. B. Hör- und Leseverstehen, Sprechen, Schreiben). Schliesslich werden die erworbenen Kenntnisse in Transfer- und Praxismodulen unmittelbar auf die Sprachen angewandt. Auf diese Weise erhalten die Teilnehmenden theoretisches und praktisches Wissen über die Voraussetzungen und Methoden der Sprachdidaktik sowie deren Umsetzungsmöglichkeiten in verschiedenen Lernkontexten. Ein wichtiges Prinzip ist dabei die reflektierte Praxis- und Handlungsorientierung: Unterricht, Praktikum, Expertencoaching, Peer-Beratung und Abschlussarbeit unterstützen die Teilnehmenden in der Erarbeitung der eigenen Planungs- und Unterrichtskompetenz.

Module für weitere Zielgruppen

Die Veranstaltungen finden in der Regel freitags und samstags statt, beginnen im Oktober 2011 und dauern bis Juni 2012. Sie können nicht nur insgesamt als CAS Arabisch (bzw. Chinesisch oder Japanisch), sondern auch als einzelne Module zur allgemeinen Weiterbildung in Fragen des Spracherwerbs und der Sprachdidaktik gebucht werden. Die sprachübergreifenden Basismodule stehen also auch Interessenten offen, die eine andere Zielsprache als Arabisch, Chinesisch oder Japanisch unterrichten.

(ALPHA Kadermarkt der Schweiz vom 26. März 2011)