Weiterbildung und Lebenslanges Lernen - Lernen im Jahr 51 nach Moore

Gibt es so etwas wie das Mooresche Gesetz auch für menschliches Wissen? So abstrakt und weit hergeholt die Frage auf den ersten Blick klingen mag, die Suche nach Antworten ist hochaktuell und erstaunlich realitätsbezogen. Auch und vor allem für die Universität Zürich. Denn mit ihrer Vielfalt an Disziplinen kann sie aus unterschiedlichsten Perspektiven Beiträge zur Beantwortung solcher Fragen liefern und in einem zeitgemässen universitären Bildungs- und Weiterbildungsangebot umsetzen.

Zur Auffrischung: Vor 51 Jahren, genau am 19. April 1965, veröffentlichte Gordon Moore, Mitbegründer des heute weltgrössten Halbleiterherstellers Intel, in der Zeitschrift «Electronics» seinen Befund, demgemäss sich die Zahl der Komponenten auf einem integrierten Schaltkreis jedes Jahr verdopple – das Mooresche Gesetz. Immer wieder modifiziert, hat es im Wesentlichen bis heute Bestand und besagt aktuell, dass sich die Prozessorleistung alle 18 Monate verdoppelt.

Muss und kann menschliches Wissen mit einem solch exponentiellen Wachstum Schritt halten? Welche Konsequenzen hätte es, wenn es das nicht könnte? Wie stellen wir sicher, dass angesichts der Flut neuer Fragen auch bewährtes und unverzichtbares Wissen erhalten bleiben und Menschen aller Altersstufen daraus Nutzen gewinnen – für sich selbst sowie für die Gesellschaft insgesamt?

Eine der möglichen und richtigen Antworten heisst: Weiterbildung und Lebenslanges Lernen. Denn gerade wenn sich das Bedürfnis nach Wissen explosionsartig entwickelt, ist der Anschluss schnell verloren, wird Wandel zur Bedrohung und Angst zum vorherrschenden Lebensgefühl. Wissen gibt die Sicherheit zurück, das eigene Leben und die immer wieder neuen Herausforderungen im Beruf und im privaten Alltag meistern zu können.

Kaum ein Ort ist besser dafür geeignet, solches Wissen zu erwerben, als die Universität Zürich. Lernen, Denken, Forschen und das Vermitteln der gewonnenen Einsichten stehen im Mittelpunkt aller Aktivitäten der grössten Schweizer Hochschule. Eingebunden in weltweite Forschungsverbünde, die League of European Research Universities LERU und das europäische Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen, bietet die Universität Zürich aktuell über 100 hochkarätige Weiterbildungsprogramme an, die sich reger Nachfrage erfreuen. Wohl nicht zuletzt deshalb, weil in der universitären Weiterbildung neueste Erkenntnisse schnell und auf kurzen Wegen Eingang in alle Bildungsangebote der UZH finden.

Prof. Dr. Gabriele Siegert
Prorektorin Geistes- und Sozialwissenschaften UZH